„Bilder von großer Wucht und Sinnlichkeit“

BERLINER ZEITUNG
„Martina Gedeck trägt diesen Film ganz allein, und sie trägt ihn gut“

FAZ
„Hinreißend: Martina Gedeck in einem Solo in wunderbaren Naturbildern“

LVZ
„Gedeck präsentiert sich auf der Höhe ihrer Kunst“

KulturSPIEGEL
„Ein Film der zum Philosophieren anregt.“

EMOTION
„Fulminante Verfilmung eines literarischen Klassikers. Eine grossartige
Martina Gedeck in einer einsamen Hauptrolle“

epd Film
„Ein betörend schöner Film"

DER SPIEGEL
„Martina Gedeck brilliert in der kraftvollen Literaturverfilmung DIE WAND“

NEUE WESTFÄLISCHE
„Regisseur und Drehbuchautor Julian Roman Pölsler hatte nie Zweifel daran,
dass DIE WAND verfilmbar ist, und das Ergebnis gibt ihm Recht.“

MITTELDEUTSCHE ZEITUNG
„Dieser Film ist ein Meisterwerk, das keinen kalt lässt! Anschauen!“

NDR KULTURJOURNAL
„Wir sehen zwei Stunden lang gebannt Martina Gedeck zu“

Alice Schwarzer, EMMA
„Marlen Haushofers Roman DIE WAND galt immer als unverfilmbar.
Dabei hat er nur auf Martina Gedeck gewartet.
Besser war sie nie. Ein grandioser Film“

WELT am SONNTAG
„Intensiv, beklemmend, groß“

Cosmopolitan
„Ein großes Solo für Martina Gedeck“

Brigitte Woman
„Ein eindrucksvolles Kinoerlebnis“

Welt Online
„Einfühlsame Verfilmung des gleichnamigen Buchs von Marlen Haushofer
und Ein-Frau-Marathon für eine unglaublich souveräne Martina Gedeck..“

Brigitte
„Kein Grund zur Besorgnis – solange es solche Schauspieler gibt“

DER TAGESSPIEGEL
„Ein starkes Stück Kino

ARD Tagesthemen

DER FILM

Eine Frau (Martina Gedeck) schreibt in einer Jagdhütte ihre Geschichte auf, um sich nicht in Einsamkeit zu verlieren: Mit einem befreundeten Ehepaar und deren Hund ist sie vor über zwei Jahren in die Berge Österreichs gefahren. Ein Wochenendausflug. Als das Ehepaar am ersten Abend von einem Besuch im Dorf nicht zurückkehrt, macht die Frau sich auf die Suche. Mitten in der Natur stößt sie gegen eine unsichtbare Wand, eine unerklärliche Grenze, die sie vom Rest der Welt trennt. Die Frau ist auf sich selbst gestellt. Irgendwie muss sie überleben und sich mit ihren Ängsten aussöhnen, die sie immer wieder zu überwältigen drohen. Abgeschnitten vom Rest der Welt wird sie vor die unausweichlichen Grundfragen des Lebens gestellt...

Welches innere und äußere Abenteuer muss eine Frau bestehen, die von der Welt abgeschnitten alleine in den Bergen überlebt? Die vielfach ausgezeichnete deutsche Schauspielerin Martina Gedeck brilliert in DIE WAND in einer außergewöhnlich intensiven Rolle inmitten einer unbeugsamen Natur. DIE WAND beruht auf dem gleichnamigen literarischen Meisterwerk von Marlen Haushofer, das in 19 Sprachen übersetzt wurde und eines der 50 Lieblingsbücher der Deutschen und Österreicher ist. Drehbuchautor und Regisseur Julian Roman Pölsler hat den Roman für die große Leinwand inszeniert.

Gedreht wurde im Raum Gosau am Dachstein (im Oberösterreichischen Salzkammergut) in verschiedenen zeitlichen Blöcken zu allen Jahreszeiten ab Februar 2010 bis Januar 2011. Die Wiener coop99 Filmproduktion und die Münchner Starhaus Filmproduktion realisierten den Film in Koproduktion mit BR/ARTE und in Zusammenarbeit mit dem ORF.

Besetzung & Team

Martina Gedeck

Die Frau

Martina Gedeck ist eine der einflussreichsten und angesehensten Charakterdarstellerinnen Deutschlands. Mit ihrer Hauptrolle als DDR-Schauspielerin Christa-Maria Sieland im deutschen Oscar®-Gewinner Das Leben der Anderen und als Ulrike Meinhof in Der Baader Meinhof Komplex (Nominierung Oscar® „Bester fremdsprachiger Film“ und Golden Globe) hat Martina Gedeck sich nicht nur auch international einen Namen gemacht, sondern Episoden der deutsche Geschichte für kommende Generationen mit interpretiert.

In den letzten Jahren trat Martina Gedeck in herausragenden Filmprojekten in Erscheinung: in István Szabós Die Tür an der Seite von Helen Mirren, in Robert De Niros Der gute Hirte (The Good Shepherd, 2006), in Oskar Roehlers Houellebecq-Romanverfilmung Elementarteilchen (2006), in Stefan Krohmers Beziehungsdrama Sommer 04 (2006) sowie in Markus Imbodens sensiblem TV-Drama „Auf ewig und einen Tag“, (2006) in Xaver Schwarzenbergers „Sisi“ (2009) und in Helma Sanders-Brahms Geliebte Clara (2008).

Martina Gedeck absolvierte ihre Schauspielausbildung am Max Reinhardt Seminar und begann ihre filmische Karriere mit der Hauptrolle in Dominik Grafs Fernsehfilm „Die Beute“ (1988) und seinem Kinofilm Tiger, Löwe, Panther (1989). Für ihre Darstellung der „Hölleisengretl“ (1995) von Jo Baier erhielt sie erstmals den Bayerischen Fernsehpreis, für die Titelrolle in Sandra Nettelbecks Bella Martha (2002) den Deutschen Filmpreis 2002, die Goldene Kamera 2003 sowie eine Nominierung zum Europäischen Filmpreis. Insgesamt hat sie an über 65 Filmen mitgewirkt.

Sie spielte auch an verschiedenen deutschen Bühnen, u.a. am Deutschen Theater in Berlin, am Theater am Turm in Frankfurt am Main und an den Kammerspielen in Hamburg. Auf der Bühne überzeugte sie unter anderem 2008 als „Harper Regan“ am Hamburger Schauspielhaus.

Zuletzt eröffnete sie als Polizeipsychologin in Carsten Ungers Thriller Bastard die Hofer Filmtage 2011. Im Herbst 2011 drehte sie in Köln Matthias Tiefenbachers Komödie Halbe Hundert. Ende Januar 2012 begannen die Dreharbeiten zur Neuverfilmung des Literaturklassikers Die Nonne von Dennis Diderot im Kloster Bronnbach im Taubertal. Martina Gedeck spielt die Mutter der Nonne an der Seite von Isabelle Huppert. Demnächst wird Martina Gedeck zusammen mit Jeremy Irons in Night Train to Lisbon zu sehen sein.

Filmographie (Auswahl)

2013 Nachtzug nach Lissabon - R: Bille August
2012 Halbe Hundert - R: Matthias Tiefenbacher
          Die Tür - R: István Szabó
2010 Bastard - R: Carsten Unger
2009 Agnosia - R: Eugenio Mira
          Tatort – Wie einst Lilly - R: Achim von Borries
          Jud Süss - Sympathie für den Teufel - R: Oskar Röhler
          Sisi - R: Xaver Schwarzenberger
2008 Tris di Donne - R: Vincenzo Terracciano
2007 Geliebte Clara - R: Helma Sanders-Brahms
          Der Baader Meinhof Komplex - R: Ulrich Edel
          Meine schöne Bescherung - R: Vanessa Jopp
2006 Aus dem Nest gefallen - R: Christoph Stark
2005 Un ami parfait - R: Francis Girod
          Der gute Hirte - R: Robert de Niro
          Sommer 04 - R: Stephan Krohmer
          Elementarteilchen - R: Oskar Röhler
2004 Das Leben der Anderen - R: Florian Henckel v. Donnersmarck
2003 Der Stich des Skorpion - R: Stefan Wagner
          Hunger auf Leben - R: Markus Imboden
2002 Bella Martha - R: Sandra Nettelbeck
          Ins Leben zurück - R: Markus Imboden
2001 Verlorenes Land - R: Jo Baier
2000 Oh Palmenbaum - R: Xaver Schwarzenberger
          Romeo - R: Hermine Huntgeburth
1999 Scheidung auf Amerikanisch - R: Sherry Hormann
1998Alles Bob - R: Otto Alexander Jahrreiss
          Grüße aus der grünen Wüste - R: Anno Saul
          Deine besten Jahre - R: Dominik Graf
1997 Frau Rettich, die Czerni und ich - R: Markus Imboden
1997/98 Der Laden - R: Jo Baier
          Bella Block - R: Markus Imboden
1996 Das Leben ist eine Baustelle - R: Wolfgang Becker
          Rossini - R: Helmut Dietly
          Der Neffe - R: Gabriela Zerhau
1995 Stadtgespräch - R: Rainer Kaufmann
          Der schönste Tag im Leben - R: Jo Baier
1994 Die Hölleisengretl - R: Jo Baier
1992 Krücke - R: Jörg Grünler

Julian Roman Pölsler

Drehbuch & Regie

Julian Pölsler wurde am Kreuzberg über St. Lorenzen im Paltental in der Steiermark geboren und studierte an der Filmakademie Wien Regie und Produktion und am Max Reinhard Seminar Regie und Dramaturgie und war unter anderem Regieassistent von Axel Corti. Er dreht seit 1990 TV-Filme und führt Regie bei Opern. Zudem übt er eine Lehrtätigkeit aus am Konservatorium der Stadt Wien Abteilung Schauspiel und an der Technischen Universität Wien am Institut für Medieninformatik. Er lebt und arbeitet in Wien und München.

Filmographie (Auswahl)

Kinofilme

2011 Die Wand

TV Filme

2009 Anna und der Prinz
2007 Bella Block
2006 Daniel Käfer und die Schattenuhr
2005 Daniel Käfer und die Villen der Frau Hürsch
2004 Hubert von Goisern TRAD 2
2003 Polterabend
2002 Himmel Polt und Hölle
2001 Blumen für Polt, Sommer und Bolten
2000 Polt muss weinen
1999 Zärtliche Sterne, Fast ein Gentleman
1998 Der Schandfleck
1997 München ruft
1996 Weißblaue Geschichten
1995 Die Fernsehsaga oder Eine steirische Fernsehgeschichte
1994 Tschau Tscharlie
1993 Auf immer und ewig
1992 Der Unschuldsengel
1991 Die Hausmeisterin
1990 Sehnsüchte oder Alles ist unheimlich leicht
1987 Die Angst die Sehnsucht die Liebe und der Tod
1986 Pölslers Vienna - Jede Ähnlichkeit mit Fellinis Roma wäre rein zufällig
1985 Bellaria

Auszeichnungen (Auswahl)

2010 Goldene Romy für „Geliebter Johann Geliebte Anna“ („Anna und der Prinz“) in den Kategorien Regie, Kamera und Produktion.

2002 Goldene Romy zusammen mit Alfred Komarek für das beste Drehbuch und Erwin Steinhauer als bester Schauspieler für „Inspektor Simon Polt" Nominierung für den Adolf-Grimme-Preis „Polt muss weinen“

2000 Bayerischer Fernsehpreis Blauer Panther für „Der Schandfleck"

1998 Erich Neubergpreis für „Die Fernsehsaga"

coop99

(Filmproduktion, Wien)

coop99 wurde als Fortsetzung einer langjährigen Zusammenarbeit gegründet, die an der Wiener Filmakademie ihren Anfang nahm. Dort hatten Barbara Albert (Regie), Jessica Hausner (Regie), Martin Gschlacht (Kamera) und Antonin Svoboda (Regie) mit Kurzfilm-Arbeiten erste internationale Erfolge verzeichnet. Gemeinsam gründeten sie die Produktionsfirma coop99, die sich bis heute als Plattform einer neuen FilmemacherInnen-Generation versteht, die „Authentizität, persönliche Stellungnahme und individuelle Machart“ auf ihre Fahnen geschrieben hat. Seit Anfang 2002 ist Bruno Wagner fixer Bestandteil der Firma. Neben der Tätigkeit als Herstellungsleiter fungiert er im Zuge der internen Arbeitsteilung auch als Produzent (Grbavica, Fallen, Na Putu, Die Wand) In Postproduktion befinden sich The Boundary Man von Antonin Svoboda und Die Lebenden und die Toten von Barbara Albert. In Vorproduktion laufen derzeit Amour Fou von Jessica Hausner und Oktober November von Götz Spielmann. In der Filmographie der coop99 befinden sich u.a. folgende Filme (Auswahl): Die Wand (2011), Na putu – Zwischen uns das Paradies (2010),#unibrennt-Bildungsprotest 2.0 (2010), Women Without Men (2009), Lourdes (2009), Wer hat Angst vor Wilhelm Reich (2009),Pepperminta (2009), März (2008), Free Rainer (2007), Immer nie am Meer (2007), Fallen (2006), Grbavica (2006), Schläfer (2005), Spiele Leben (2005), Darwin´s Nightmare (2004), Die Fetten Jahre sind vorbei (2004), Hotel (2004)u.a.

Starhaus

(Filmproduktion, München)

Die Starhaus Filmproduktion GmbH wurde 1994 unter dem Namen Kinowelt Filmproduktion GmbH von Dr. Rainer Kölmel gegründet und ist seit 2003 eine 100% Tochtergesellschaft der Starhaus Produktionen mit Sitz in München. Die Umfirmierung fand 2008 statt. Seit 2010 steht mit Wasiliki Bleser eine zweite Produzentin und Geschäftsführerin mit an der Spitze des Unternehmens, welches sich der Produktion internationaler wie nationaler Projekte widmet.

Erfolgreiche internationale Produktionen waren u.a. Young Poisoner’s Hardbook (1995, Benjamin Ross), Female Perversions (1996, Susan Streitfeld), Crimetime (1996, George Sluizer), Sunshine – Ein Hauch von Sonnenschein (1999, István Szabó) und Mama Africa (2011, Mika Kaurismäki).

Im deutschsprachigen Raum realisierte die Starhaus u.a. Filme von Dominik Graf (Der Felsen, 2002), Ben Verbong (Das Sams, 2001), Christian Alvart (Antikörper, 2005), Achim Bornhak (Das wilde Leben, 2007), Dominik Wessely (Gegenschuss – Aufbruch der Filmemacher, 2008) und zuletzt unter der Regie von Maggie Peren (Die Farbe des Ozeans, 2011)

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Das Buch

Das Buch

Eine Frau will mit ihrer Kusine und deren Mann ein paar Tage in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen. Nach der Ankunft unternimmt das Paar noch einen Gang ins nächste Dorf – und kehrt nicht mehr zurück. Am nächsten Morgen stößt die Frau auf eine unüberwindbare Wand, hinter der Totenstarre herrscht. Abgeschlossen von der übrigen Welt, richtet sie sich inmitten ihres engumgrenzten Stücks Natur und umgeben von einigen zugelaufenen Tieren aufs Überleben ein


€ [D] 8,99 / [A] 9,30/ sFr 14,90
288 Seiten
ISBN 978-3-548-61066-5
Januar 2011


Marlen Haushofer wurde 1920 in Frauenstein/Oberösterreich geboren. Sie studierte Germanistik in Wien und Graz und lebte später mit ihrem Mann und zwei Kindern in Steyr. 1963 erschien „Die Wand“, 1969, als ihr letzter Roman, „Die Mansarde“. Marlen Haushofer wurde mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter dem Österreichischen Staatspreis für Literatur. Sie starb 1970 in Wien.

Die Romanvorlage

Vom schweren Start zum durchschlagenden Erfolg

"Ich glaube nicht, dass mir ein solcher Wurf noch einmal gelingen wird, weil man einen derartigen Stoff wahrscheinlich nur einmal im Leben findet", verrät Marlen Haushofer (1920-1970) über ihren Roman „Die Wand“ 1968 in einem Interview mit der Kulturjournalistin Elisabeth Pablé. Im selben Jahr wurde Marlen Haushofer dank einer Lesung im ORF-Radio in ihrer Heimat Österreich als Schriftstellerin verstärkt wahrgenommen. Als ihr fünftes Buch „Die Wand“ 1963 erschien, war sie deprimiert, wie sie ihrem Freund und Mentor Hans Weigel in einem Brief anvertraut, da ein Jahr lang keine Besprechung in der Presse stattfand. Zu ihren Lebzeiten war ihr Werk kein Verkaufshit.

Heute ist Haushofers Roman in 19 Sprachen übersetzt und gehört zu den Lieblingsbüchern der Deutschen und Österreicher. Als Kultbuch der Emanzipations- und Friedensbewegung stand es 1985 auf Platz 2 der Bestsellerliste Taschenbuch (ermittelt von Buchreport). Durch einen Buchtipp von Elke Heidenreich in der ZDF-Sendung „Lesen!“ stürmte es 2004 auf Platz 2 der Spiegel-Bestsellerliste und hielt sich auf wechselnder Platzierung 30 Wochen. In der ZDF-Lesekampagne „Unsere Besten – Das große Lesen“ wurde „Die Wand“ von 250.000 Teilnehmern unter die 50 Lieblingsbücher der Deutschen gewählt – auf Platz 40, noch vor Herman Hesses „Steppenwolf“. In der Literatur-Aktion „50 Klassiker fürs Leben“ des Hauptverbandes des österreichischen Buchhandels rangiert „Die Wand“ auf Platz 36, noch vor dem Nibelungenlied und dem Buch, das Marlen Haushofer selber so beeindruckte, „Das andere Geschlecht“ von Simone de Beauvoir.

Über die verschiedenen Lesearten Vom schweren Start zum durchschlagenden Erfolg

Bei Erscheinen polarisierte „Die Wand“ bei Literaturkritikern und Lesern sehr stark. Der Wiener Kulturpublizist Edwin Hartl sah in Marlen Haushofers Buch „vermutlich die originellste Utopie der modernen Weltliteratur”. Manche zeitgenössischen Literaturkritiker bemängelten jedoch die fehlende religiöse Perspektive oder sie konnten die scheinbare Leichtigkeit, mit der sich die Hauptfigur mit dem Verschwinden ihrer Mitmenschen abfindet, nicht nachvollziehen. Auch Vergleiche mit Albert Camus' „Die Pest“ und Daniel Defoes „Robinson Crusoe“ liegen in der Waagschale der Rezeption.

Die ehemalige Klosterschülerin Marlen Haushofer war den Vorkämpferinnen der Frauenbewegung verbunden, ohne im Privaten selbst eine Kämpferin zu sein. Sie fühlte sich als Frau eingesperrt in ihrer Ehe, der Mutterrolle und in den gesellschaftlichen Zwängen der 1950-60er Jahre. „Die Wand“ hat Feministinnen angesprochen, die darin einen Entwurf für eine Lebensform in weiblicher Autonomie sahen: Eine Frau steigt aus der Gesellschaft aus und wird zu einem weiblichen Robinson-Crusoe. Noch ein weiterer Zugang zum Roman liegt in den gesellschaftlichen Bedingungen seiner ersten Wirkungszeit begründet. Der Kalte Krieg, das Wettrüsten der Supermächte und die Angst vor einem bevorstehenden Atomschlag führten bei zeitgenössischen Lesern auch zu einer zivilisationskritischen Rezeption des Romans, nach dem Motto: Was wäre, wenn?

Marlen Haushofer selbst interessierte der psychologische Aspekt: „Ob die Wand je über die Menschheit kommt, jene äußerliche Wand nämlich, von der die Apokalyptiker unter den Technikern gerne reden, kann ich nicht sagen. Aber vorstellen könnte ich es mir schon. Aber, wissen Sie, jene Wand, die ich meine, ist eigentlich ein seelischer Zustand, der nach außen plötzlich sichtbar wird. Haben wir nicht überall Wände aufgerichtet? Trägt nicht jeder von uns eine Wand, zusammengesetzt aus Vorurteilen, vor sich her?“ Die Wand als Metapher für das Gefangensein im eigenen Ich taucht in ihrem 1966 veröffentlichten Roman „Der Himmel, der niemals endet“ noch einmal auf.

Über prägende Lebenserfahrungen und deren Zeitlosigkeit

Die verschiedenen Lebenserfahrungen der Autorin zu ihrer Zeit spielen in die Geschichte hinein, wie sie selbst erklärt: „Ich schreibe nie über etwas anderes als über eigene Erfahrungen. Alle meine Personen sind Teile von mir, sozusagen abgespaltene Persönlichkeiten, die ich recht gut kenne. (…) Ich bin der Ansicht, dass im weiteren Sinne alles, was ein Schriftsteller schreibt, autobiographisch ist." Die Förstertochter aus dem idyllischen Oberösterreich hat für „Die Wand“ reale Schauplätze zum Vorbild genommen.

Das mit dem Arthur-Schnitzler-Preis ausgezeichnete Werk berührt grundsätzliche menschliche Existenzfragen und thematisiert den Urgrund der Psyche aus Angst und Einsamkeit. Damit ist der Roman zeitlos aktuell. Wie geht man mit den Gefühlen um, die der plötzliche und vollkommene Verlust von Sicherheit und Wohlstand hervorbringt? Eine mögliche Antwort steckt in „Die Wand“. Das mag einer der Gründe sein, warum dieses Werk seine Leser auch heute noch fesselt.

Von anderen Wänden und Maschinengeklapper

Unsichtbare Wände waren in der Science-Fiction-Literatur schon Thema, bevor „Die Wand“ erschien, wie in James Blishs „The Box" (1953), Philip K. Dicks „The Cosmic Puppets" (1957) oder einer Folge der Perry-Rhodan-Serie „Die strahlende Kuppel“ (1961). Haushofer-Biografin Daniela Strigl vermutete wegen der Aussage eines Familienfreundes eine Zeit lang sogar, Haushofer habe sich von einem Sci-Fi-Schundroman namens „Die gläserne Kuppel“ inspirieren lassen, verwarf den Gedanken nach einer prüfenden Recherche aber wieder. Jedenfalls liebte Marlen Haushofer Krimis, Schundromane und Science-Fiction. Vielleicht würde sie sich freuen zu hören, dass Stephen King in „Die Arena“ (2009) ihr literarisches Wand-Erfolgsmotiv auf seine Weise aufgreift und mit Außerirdischen auflöst.

Biografin Strigl beschreibt die Schriftstellerin so: „Marlen selbst achtete in ihren Freundschaften stets auf einen gewissen Abstand und entzog sich jedem allzu intimen Anspruch. Prinzipiell verhielt sie sich unverbindlich verbindlich.“ Auch die Nachbarn sollten sie in Ruhe lassen. Ihrem Bedürfnis nach Ruhe verdankt die Nachwelt eine Handschrift von „Die Wand“ in fünf linierten Schreibheften. Das „Geklapper der Maschine störte".


Wenn mich jemand nach den zehn wichtigsten Büchern in meinem Leben fragen würde, dann gehörte dieses auf jeden Fall dazu. Elke Heidenreich

Ich möchte mich verneigen und sagen: Gnädige Frau, was haben Sie für wunderbare Dinge geschrieben! Reinhard Mey

Die Rolle eines weiblichen Robinson Crusoe, die nicht bloß mit dem einsamen Paradies hadern muss, sondern dabei noch eine mögliche Apokalypse miterlebt, stellt an die Hauptdarstellerin Martina Gedeck besondere Ansprüche und verlangt eine große Hingabefähigkeit. Produzent Bruno Wagner

Terminkalender Terminkalender Terminkalender

FSK:
12
Laufzeit:
ca. 103 Min.

Bild:
2,35:1 (anamorph)

Sprache/Ton:
Deutsch (Stereo Dolby Digital & 5.1 Dolby Digital)

Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte

Extras:
Interviews mit Julian Roman Pölsler und Martina Gedeck
Die Deutschland-Premiere
Hörfilmfassung für Sehbehinderte
Trailer
Wendecover mit alternativem Artwork

FSK:
12
Laufzeit:
ca. 108 Min.

Bild:
2,35:1

Sprache/Ton:
Deutsch (Stereo DTS-HD Master Audio & 5.1 DTS-HD Master Audio)

Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte

Extras:
Interviews mit Julian Roman Pölsler und Martina Gedeck
Die Deutschland-Premiere
Hörfilmfassung für Sehbehinderte
Trailer
Wendecover mit alternativem Artwork

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